01.08.2019

Erweiterung des Netzgebietes und Nachfolgeregelung für den „Spannungswächter“

Eine neue EU-Verordnung sorgt ab 1.8.2019 für das Ende des sogenannten „Spannungswächters“
Die beiden bisher von der Forstverwaltung Neuhaus GmbH betreuten Ortschaften Maierhöfen und Holzhüttenboden in der Marktgemeinde Gaming bekommen ab 1. September mit Netz NÖ, einer 100%igen Tochter des Landesenergieversorgers EVN, einen neuen Netzbetreiber:

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Netz NÖ einen kompetenten und verlässlichen Partner für unser Netzgebiet gefunden haben“, so Johannes Doppler, Forstmeister und Geschäftsführer der Forstverwaltung Neuhaus Langau.

„Wir bedanken uns für das Vertrauen und werden uns in den nächsten Monaten intensiv mit der Modernisierung des Netzes beschäftigen. Startpunkt ist hier die Errichtung zweier moderner Trafostationen“, ergänzt Werner Hengst, Geschäftsführer der Netz NÖ GmbH.

Die 143 Kunden wurden bereits gemeinsam von der Forstverwaltung Neuhaus und Netz Niederösterreich vorab über den Wechsel informiert. Für sie ändert sich durch den neuen Netzbetreiber nichts. Bei der Übernahme wird lediglich der bestehende Stromzähler getauscht. Die – behördlich festgelegten – Netzgebühren bleiben gleich.

Im Störungsfall ist in Zukunft das Netz NÖ Service Center in Scheibbs erster Ansprechpartner.

Spannungswächter werden durch intelligente Wechselrichter ersetzt – Niederösterreichische Innovation wird abgelöst

Änderungen gibt es auch bei der Einbindung von Photovoltaikanlagen ins Stromnetz: Eine neue EU-Verordnung sorgt ab 1.8.2019 für das Ende des sogenannten „Spannungswächters“. Notwendig wurden die Spannungswächter auf Grund des rasanten Zuwachses dezentraler Erzeugungsanlagen. „Durch viele neue Photovoltaik-Anlagen stießen unsere regionalen Netze in Teilen Niederösterreichs an ihre Kapazitätsgrenzen“, erzählt Netz NÖ Sprecher Stefan Zach. „Als Netzbetreiber sind unsere wichtigsten Ziele jedoch Versorgungssicherheit und höchste Spannungsqualität für alle Kunden.“

Um trotzdem kurzfristig weitere PV-Anlagen in den betroffenen Netzgebieten anschließen zu können, entwickelte Netz NÖ den Spannungswächter. Der Spannungswächter vermied unzulässige Spannungsanstiege im Netz durch stufenweises Absenken der Erzeugungsleistung der PV-Anlagen. Sobald die Netzspannung wieder das normale Niveau erreichte, wurde automatisch auf volle Erzeugungsleistung zurückgeschaltet.

Die aktuelle EU-Verordnung zeigt nun neue Wege, um so viel erneuerbare Energie wie möglich kosteneffizient im Netz integrieren zu können. „Neue Geräte und intelligente Funktionen ersetzen den Spannungswächter und unterstützen das Stromnetz auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft. Wer den intelligenten Wechselrichter nachrüstet, kann den Spannungswächter zurückgeben und bekommt sein Geld zurück“, so Zach.

Netz NÖ

Für den Transport und die Verteilung von Strom verfügt Netz NÖ in Niederösterreich über ein modernes Leitungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 53.100 km Mittel- und Niederspannungsleitungen und ca. 1.400 km 110 kV Leitungen. Netz NÖ versorgt damit im Stromnetz rund 830.000 Kundenanlagen.

Fotocredit: © Netz NÖ / Wurnig

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